iBusiness, 14.08.19:

Digitale Transformation: Sieben Trends für Führungskräfte

Unternehmen brauchen zukunftsfähige Führungskräfte, die agil, strategisch und belastbar sind. Doch über die Hälfte hunderter im Jahr 2018 befragter Top-Manager aus 65 Ländern meinen, ihren Unternehmen würden die nötigen Kenntnisse fehlen, um eine digitale Transformation erfolgreich durchzuführen.
(Bild: Unsplash/Pixabay)

Nur 14 Prozent der befragten Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder erkennen in ihren Unternehmen eine wohlwollende Innovationskultur, obwohl 94 Prozent gleichzeitig bestätigen, dass Innovationen unabdingbar für unternehmerischen Erfolg sind. Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit wird in der weltweiten Online-Befragung "Leading Insights" des Center for Creative Leadership (CCL) deutlich. Die zu den weltweit führenden Anbietern von Führungskräfteseminaren gehörende Organisation identifiziert sieben wegweisende Trends - eine Mischung aus Herausforderungen und Imperativen - die zukünftige Personalentwicklung nachhaltig beeinflussen.

Sieben Trendthemen für transformative Personalführung

(Quelle: Center for Creative Leadership)

1. Zufällige Führungskräfte

Ganze 60 Prozent der Führungskräfte in der ersten Führungsebene geben an, niemals ein Training für ihre neue Funktion im Unternehmen erhalten zu haben. Bei der Besetzung von Führungspositionen mit Top-Performern ohne Managementerfahrung wird oft vergessen, dass Fachkenntnisse und Leistungsfähigkeit nicht ausreichen, um Teams anzuführen und zu begleiten. Nahezu 50 Prozent aller Manager in führenden Unternehmen werden von ihren Vorgesetzten als ineffektiv beschrieben.

2. Wandel aushalten

Das ihr Unternehmen bereit und fähig ist einen strukturellen Wandel zu vollziehen, um auf dem Weltmarkt zu bestehen, glauben nur 60 Prozent der befragten Führungskräfte. Aufgrund des sich zunehmend immer schneller ändernden Geschäftsumfeldes in nahezu allen Sektoren, müssen Führungskräfte ihre Beharrlichkeit und Widerstandsfähigkeit verbessern um auf Veränderungsprozesse reagieren zu können. Denn bislang scheitern Transformationsprozesse in Unternehmen in nahezu 50 bis 70 Prozent der Fälle, wie die Untersuchung "Leading Insights" von CCL beschreibt.

3. Digital versiert seinFührungskräfte von morgen müssen mit den digitalen Fähigkeiten und der nötigen Weitsicht gerüstet sein, die für zukünftige Transformationen im Unternehmen notwendig sind. Hier gibt es Nachholbedarf, denn 55 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Organisation nicht die nötigen Kenntnisse vereint um den digitalen Wandel anzuführen. Dabei arbeiten schon heute 85 Prozent der globalen Teams virtuell miteinander und 40 Prozent treffen sich nie persönlich.

4. Veränderungen annehmen

Statt auf Veränderungsprozesse zu reagieren, müssen Führungskräfte Innovationen und Innovatoren im Unternehmen annehmen und die eigene Lernfähigkeit kontinuierlich verbessern. Das Innovation wichtig ist glauben immerhin 94 Prozent der befragten Manager in der Leading Insights Untersuchung. Doch gleichzeitig gaben 86 Prozent der befragten an, dass es diese Innovationskultur in ihren Unternehmen noch gar nicht gäbe.

5. Grenzen sprengen

Die Frauenquote in den DAX-30-Vorständen lag 2018 laut Allbright Stiftung bei lediglich 12 Prozent. Zukunftsorientierte Unternehmen müssen eine Unternehmenskultur schaffen, die weibliche Führungskräfte fördert. Denn nachweislich werden dadurch nicht nur die Geschäftsergebnisse des Unternehmens verbessert. Auch nimmt die Wahrscheinlichkeit von Burnouts ab, bei weiblichen und männlichen Mitarbeitern gleichermaßen. Neben einem Klima der Gleichberechtigung können Unternehmen die Bildung von Karrierenetzwerken für weibliche Führungskräfte unterstützen. Wie wichtig diese Netzwerke und Fürsprecher sind, beschreibt Carla Harris in ihrer Rede zur TEDWomen 2018 Konferenz.

6. Personalgespräche neu denken

Herkömmliche Personalgespräche müssen hinterfragt werden. Unternehmen, die jährliche Personalgespräche führen, verpassen ein ganzes Jahr voller Möglichkeiten, die Leistung eines Mitarbeiters zu verbessern. Vielmehr wird fortwährendes Talent-Coaching notwendig, um rechtzeitig intern - mittels Motivation und Feedback - auf schnell auftretende externe Wandlungsprozesse reagieren zu können. Unternehmen müssen eine Coaching-Kultur entwickeln, die Führungskräfte bei ihrer Karriereentwicklung begleiten und unterstützen. Datengestütztes Feedback ist Voraussetzung für effizientes Coaching.

7. Unternehmenskultur verändern

Um unternehmerischen Wandel zu beschleunigen muss ein kultureller Wandel erfolgen. Wenngleich 62 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass ein kultureller Wandel im Unternehmen am schwierigsten zu steuern ist, sind es vor allem Führungskräfte selbst, die mit ihrer Leadership Kultur den kulturellen Wandel im gesamten Unternehmen zum Erfolg führen. Führungskräfte der leistungsstärksten Unternehmen wissen, wie sie ihre Geschäftsmodelle transformieren und neu erfinden müssen, um sie an die Dynamik des jeweiligen Geschäftsumfelds anzupassen. Gleichzeitig schaffen sie einen sicheren Ort für Mitarbeiter, die sich auf die kommenden Veränderungen vorbereiten und letztlich darauf einlassen sollen.


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